Pionierarbeit und interkommunaler Erfahrungsaustausch
Die Entwicklung von Ziel- und Kennzahlensystemen ist noch nicht weit vorangeschritten. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Zum einen fehlen Erfahrungswerte und es bewirkt die fehlende gesetzliche Verknüpfung eine (rechtliche) Unverbindlichkeit. Vielfach ist in den Rathäusern auch noch nicht „angekommen“, welche wirkungsvollen Steuerungsmöglichkeiten das neue Haushalts- und Rechnungswesen in sich birgt. Dort, wo die Bedeutung von Zielen und Kennzahlen erkannt ist, fehlt nicht selten die Motivation, die neuen Daten auch tatsächlich für die Steuerung der Kommune zu nutzen. Oder es wird der Aufwand gescheut, der mit der Erarbeitung der Kennzahlensysteme verbunden ist.
Um die Kommunalverwaltungen beim Aufbau der Systeme zu unterstützen, wurde jetzt das Projekt „KommZuK“ - Kommunale Ziele und Kennzahlen - gestartet. Auf der Website www.kommzuk.de entsteht eine Datenbank, in der kommunale Ziele und die dazugehörigen Kennzahlen sowie geeignete Maßnahmen zur Zielerreichung systematisch erfasst werden. Die Idee zu diesem Projekt hatte Markus van der Zee, einer der ständigen Fachautoren unserer Zeitschrift und den Lesern auch durch sein im Jahr 2005 gestartetes Projekt „verwaltungsdoppik.de“ bekannt. Dieses ist zwischenzeitlich auf den Internet-Seiten der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement verankert.
Die KommZuK-Datenbank orientiert sich in ihrer Struktur am Produktrahmen der Innenministerkonferenz. Dieser bildet bekanntlich die Grundlage für die Entwicklung länderspezifischer Produktrahmen und ist kompatibel und überleitbar in die verschiedenen Ausprägungen kommunaler Produktrahmen. „KommZuK“ ist offen angelegt und lebt von der Beteiligung möglichst vieler Nutzer. Durch die Zuarbeit kommunaler Praktiker soll ein großer, kommunen- und länderübergreifender Arbeitskreis, ein bundesweites Netzwerk für den Wissenstransfers und den Erfahrungsaustausch entstehen.
der gemeinderat unterstützt und fördert „KommZuk“ als Projektpartner und ideeller Träger. Der Datenbankaufbau wird mit größtmöglicher Anonymität betrieben werden. Als Kommunikationsmittel dient ein Online-Formular (PDF-Format), das nach dem Ausfüllen per e-Mail versendet wird. Vorteil dieser Methode: Das Formular kann abgetrennt von persönlichen Übermittlungsdaten (wie z. B. der e-Mail-Adresse) gespeichert werden. Die e-Mail selbst wird mitsamt persönlicher Daten direkt nach dem Empfang gelöscht. Gespeichert werden nur diejenigen Online-Formulare, auf denen die Nutzungsbedingungen akzeptiert wurden. Es gibt keinen weiteren Mail-Verkehr; die Kommunikation endet zum Schutz beider Seiten nach Erhalt des Formulars.